Über Try It
Warum es Try It gibt
Die Idee für Try It kam eigentlich von meiner Frau Franzi.
Sie zeigte mir irgendwann ein Social-Media-Video von einem Kleiderschrank mit eingebautem Bildschirm, auf dem der Inhalt des Schranks angezeigt wurde. Mein erster Gedanke war ziemlich simpel:
Hä? Warum direkt am Kleiderschrank? Dann kann ich ihn doch einfach aufmachen.
Wenn Kleidung schon digital wird, dann sollte sie dort sein, wo ich sie wirklich brauche — unabhängig davon, ob ich gerade vor meinem Schrank stehe, unterwegs bin oder morgens noch im Bett liege.
Dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los.
Denn wahrscheinlich kennen viele diesen Moment: Der Schrank ist voll. Eigentlich gibt es genug Auswahl. Und trotzdem trägt man am Ende immer wieder dieselben Sachen.
Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto größer wurde die Idee. Aus einem einfachen „Schau mal, das ist cool“ wurde irgendwann Try It.
Ich wollte Franzi zuerst einfach ein Werkzeug bauen, das genau diesen kleinen täglichen Struggle leichter macht. Weniger Zeit vor dem Kleiderschrank. Mehr Überblick. Mehr Ideen. Und vielleicht auch wieder ein bisschen mehr Freude daran, Dinge neu miteinander zu kombinieren.
Nicht indem eine App ihr sagt, was sie tragen soll.
Sondern indem sie sichtbar macht, was längst da ist.
Ihr Anspruch wurde dabei ziemlich schnell zu meinem Maßstab.
Ein paar Jahre vorher hatte ich schon einmal eine Modemarke gegründet: Ikonstyle.
Damals wollte ich auf meine eigene Art etwas beitragen. Ich bin nicht der Typ, der besonders laut protestiert oder anderen erklärt, wie sie zu leben haben. Also habe ich versucht, über etwas Alltägliches eine kleine Botschaft nach draußen zu tragen: Kleidung.
Ikonstyle bestand aus Alltagskleidung und Basics, die mit kleinen Icons und Gedanken versehen wurden. Dinge, die vielleicht kurz hängen bleiben und im besten Fall dazu führen, dass jemand über sein eigenes Handeln nachdenkt.
Uns war damals nicht nur wichtig, wie Kleidung aussieht, sondern auch wie sie entsteht. Wir waren Teil der Fair Wear Foundation und haben ausschließlich mit Textilien von Stanley/Stella gearbeitet.
Ich war jung, neugierig und hatte von einigen Dingen sehr viel weniger Ahnung, als ich damals dachte. Vor allem Marketing gehörte dazu.
Ikonstyle lief neben einem 40-Stunden-Job und nach ungefähr zwei Jahren habe ich die Marke eingestellt. Übrig geblieben ist kein großes Unternehmen, sondern etwas, das wahrscheinlich wertvoller war: ein ziemlich dickes Buch aus Erfahrungen, Fehlern und Dingen, die ich beim nächsten Mal anders machen würde.
Einige Jahre, einiges an Berufs- und Gründungserfahrung und ziemlich viel Leben später schreibe ich nun diese Zeilen.
Und irgendwie fühlt sich Try It deshalb nicht wie ein komplett neues Kapitel an.
Eher wie eine Fortsetzung.
Nachhaltigkeit ist für mich dabei weiterhin wichtig. Aber Try It soll niemandem ein schlechtes Gewissen machen und auch niemandem erzählen, weniger zu kaufen oder „besser“ zu konsumieren.
Ich glaube an einen einfacheren Gedanken:
Vielleicht steckt in dem, was wir bereits besitzen, noch viel mehr, als wir gerade sehen.
Wenn Try It dabei hilft, einen vergessenen Pullover wiederzuentdecken, aus bekannten Teilen einen neuen Look zu bauen oder morgens einfach ein bisschen schneller zu wissen, was man anziehen möchte, dann ist schon ziemlich viel erreicht.
Und wenn daraus langfristig ganz nebenbei ein bewussterer Umgang mit dem eigenen Kleiderschrank entsteht, umso schöner.
Try It soll kein Produkt sein, das dir erklärt, wer du sein solltest.
Es soll dir helfen, mehr aus dem zu machen, was längst deins ist.
Christopher
Founder, Try It