Anziehen
Warum habe ich trotz vollem Schrank nichts anzuziehen?
Der Schrank ist voll, trotzdem stehst du ratlos davor. Das liegt nicht an zu wenig Kleidung, sondern daran, dass du die Kombinationen nicht siehst, sondern dir vorstellen musst. Genau das lässt sich ändern.
Die kurze Antwort
Du hast trotz vollem Schrank nichts anzuziehen, weil du morgens nur die vorderste Reihe siehst, viele Teile keinen Kombinationspartner haben und du passende Outfits nur im Kopf durchspielst statt vor Augen zu haben. Die Lösung liegt nicht in mehr Kleidung, sondern darin, Kombinationen einmal festzuhalten, statt sie jeden Morgen neu zu erfinden. Leg dir heute Abend zehn Teile heraus und probiere die Kombinationen einmal durch. Morgen wählst du nur noch aus, was du gestern schon zusammengestellt hast.
Wenn du jetzt anfangen willst
Du brauchst: zehn Kleidungsstücke, die du gern anziehst, und zehn Minuten heute Abend.
- Leg dir zehn Teile heraus, die du magst: Oberteile, Hosen, Röcke, was du hast.
- Kombiniere sie einmal komplett durch, welches Oberteil zu welcher Hose passt.
- Jede Kombination, die dir gefällt, fotografierst du oder legst sie sichtbar zusammen.
- Die guten Kombinationen merkst du dir als fertige Looks, nicht als Einzelteile.
- Morgen früh wählst du nur noch zwischen den fertigen Looks, statt neu zu kombinieren.
Warum sehe ich nur die Hälfte meines Schranks?
Weil du morgens nicht suchst, sondern schaust. Und was du siehst, ist die vorderste Reihe: die Teile, die zufällig vorn hängen oder oben liegen. Alles dahinter existiert zwar, aber nicht in dem Moment, in dem du dich entscheiden musst. Ein voller Schrank fühlt sich deshalb oft leerer an, als er ist. Du stehst vor der ersten Reihe, der Rest bleibt unsichtbar.
Das gilt auch für Schubladen und Regale. Was ganz unten liegt, taucht in deiner morgendlichen Auswahl praktisch nie auf, egal wie oft du es eigentlich gern tragen würdest. Nicht weil es schlecht wäre, sondern weil du es in der Eile nicht siehst.
Was bedeutet es, wenn ein Teil keinen Partner hat?
Manche Kleidungsstücke hängen im Schrank, aber in keiner Kombination. Die Hose, zu der kein Oberteil passt. Der Blazer, zu dem du nie die richtige Hose findest. Diese Teile zählen zur vollen Garderobe dazu, helfen dir morgens aber nicht weiter, weil sie allein stehen. Ein Kleidungsstück ohne Partner ist im Zweifel wie ein Teil, das gar nicht da ist. Du kannst es nicht anziehen, ohne noch etwas Passendes dazuzunehmen.
Warum reicht es nicht, sich Kombinationen nur im Kopf vorzustellen?
Weil du morgens keine Zeit hast, zehn Varianten durchzudenken, während du schon halb angezogen vor dem Schrank stehst. Im Kopf lässt sich schnell ausrechnen, dass zum Beispiel drei Oberteile und zwei Hosen sechs mögliche Kombinationen ergeben, wenn alle zusammenpassen würden. Ob sie das tatsächlich tun, siehst du aber erst, wenn du sie nebeneinanderlegst. Rein gedanklich bleibt es bei der Theorie. Und Theorie zieht sich morgens schlecht an.
Warum hilft Ausmisten hier nicht sofort?
Ausmisten löst ein anderes Problem. Es macht den Schrank kleiner, die fehlende Übersicht bleibt trotzdem bestehen, wenn du danach immer noch nicht weißt, was mit was zusammenpasst. Du kannst zehn Teile aussortieren und stehst am nächsten Morgen vor genau demselben Gefühl, nur mit weniger Auswahl. Das eigentliche Problem war nie die Menge. Es ist, dass die Kombinationen nirgendwo festgehalten sind.
Manchmal wird es sogar kurzzeitig schlimmer. Wenn du ausmistest, ohne vorher zu wissen, welche Kombinationen dir wichtig sind, kann es passieren, dass ausgerechnet der Kombinationspartner eines Lieblingsteils mit rausfliegt.
Wie finde ich morgens in drei Minuten etwas zum Anziehen?
Indem du abends schon fertig bist. Die drei Minuten am Morgen reichen für eine Wahl zwischen bekannten Looks, nicht für ein neues Puzzle. Genau deshalb liegt der eigentliche Aufwand am Abend vorher: zehn Teile durchprobieren, die guten Kombinationen festhalten. Danach ist der Morgen kein Rätsel mehr, sondern eine kurze Auswahl aus dem, was du dir gestern schon zurechtgelegt hast.
Was, wenn meine Lieblingsteile gerade in der Wäsche sind?
Dann fehlen dir nicht irgendwelche Teile, sondern genau die, auf die deine bekannten Kombinationen aufgebaut waren. Das ist der Moment, in dem sich zeigt, ob du nur eine Handvoll Looks kennst oder wirklich mehrere. Leg dir für diesen Fall bewusst auch Kombinationen mit Teilen zurecht, die gerade nicht deine ersten Favoriten sind. Dann bist du nicht aufgeschmissen, nur weil ein T-Shirt in der Waschmaschine liegt.
Zehn Teile durchprobiert, die passenden Kombinationen als Looks notiert oder fotografiert, morgens nur noch ausgewählt.
Jeden Morgen neu vor dem vollen Schrank stehen und die Kombinationen im Kopf zusammenrechnen.
Fang mit Teilen an, die du sowieso oft trägst. Bei denen lohnt sich die Kombinationssuche am meisten, weil du sie danach auch wirklich oft anziehst.
Das kannst du als Nächstes machen
Die zehn Teile liegen schon vor dir?
In Try It swipst du durch deine eigenen Sachen und legst die Kombinationen als Looks ab – morgens bleibt nur noch das Auswählen.
Kleiderschrank starten →Christopher — Gründer, Try It / Ariside UG
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Warum wir diesen Guide geschrieben haben
Weil ein voller Schrank ohne Übersicht trotzdem leer wirkt.